Derby lockt 500 Zuschauer nach Mülheim

Handball-Rheinlandliga: Der gastgebende TV 05 zeigt dem SV Urmitz beim 34:21 die Grenzen auf

Mülheim. In der Handball-Rheinlandliga hielt der 2. Spieltag gleich das Derby zwischen Gastgeber TV 05 Mülheim und dem Aufsteiger SV Urmitz bereit. Etwa 500 Zuschauer sahen eine eher mittelmäßige Partie, in der sich die Mülheimer dank einer starken zweiten Hälfte verdient mit 34:21 (14:12) durchsetzten.

In den unteren Spielklassen sind Derbys ja keine Seltenheit, manche davon versprühen aber eine ganz besondere Brisanz. Dazu gehört zweifelsohne auch die Partie zwischen dem TV Mülheim und dem SV Urmitz, das nicht zuletzt durch spannende Spiele aus der Vergangenheit eine Aufwertung erhält. Viele der heutigen Spieler dürfte die damaligen Vergleiche wenn überhaupt als kleine Knirpse mitbekommen haben. So stellte schon TV-Trainer Hilmar Bjarnason vorher klar: „Für uns ist das eigentlich nur ein ganz normales Ligaspiel, nur dass ein paar mehr Zuschauer anwesend sind.“

In der Tat erfüllte sich seine Wunschvorstellung mit etwa 500 Fans, die dann erst einmal eine mittelmäßige Rheinlandliga-Partie zu sehen bekamen. Bjarnason: „Ich habe nicht mit der gewohnten Formation begonnen. Da waren doch zahlreiche Unsicherheiten vorhanden.“ So blieb es während des ersten Durchgangs bei einem annähernden Gleichgewicht zwischen den Teams, wobei jedes sich mal die Führung erkämpfen durfte. Dass Bjarnason beim 4:6 seine grüne Karte zur Auszeit zückte, sollte sich für den Gastgeber als goldrichtig erweisen. Denn ab dann hatten die Mülheimer wieder die Oberhand zurückgewonnen, sich aber nie hoch absetzen können.

„Wir konnten Mülheim in der ersten Halbzeit noch ordentlich Paroli bieten. In der zweiten Halbzeit haben wir uns dann etwas irritieren lassen und haben die gleichen Fehler gemacht wie gegen Rhein-Nette“, beschreibt es SVU-Trainer Oliver Lepiors. Er hatte vor allem zu bemängeln, dass sein Team zu wenig die Außenspieler einbrachte und wiederholt die Aktionen im Zentrum versuchte. Lepiors: „Gegen Mannschaften wie Mülheim ist das natürlich genau das falsche Rezept.“ Dass die Gäste sich damit in der Tat keinen Gefallen machten, konnte minütlich auf der Anzeigetafel abgelesen werden. Denn Mülheim arbeitete mit viel Tempospiel unermüdlich für das eigene Torekonto. Tim Brandscheidt stellte mit seinem dritten Tor den ersten zweistelligen Vorsprung auf (29:19) und durfte kurz danach auch noch den 30. Treffer für sein Team markieren.

„Laufbereitschaft an den Tag zu legen, war unsere oberste Devise. Wir haben also das Tempo immer hoch gehalten und die Urmitzer einfach überrannt“, sagte Bjarnason. Nicht nur der Sieg, auch die Höhe stufte der TV-Coach als durchaus verdient ein. Lepiors machte noch einen Unterschied zwischen den Mannschaften aus: „Wir dürfen nicht nur das Ergebnis sehen, sondern auch das ganze Drumherum. Mülheim hat das doppelte Trainingspensum wie wir, da kann ganz anders gearbeitet werden.“ Für ihn war es schlichtweg eine einkalkulierte Niederlage, ob auch in dieser Höhe, ließ er allerdings offen. „Wir werden aus unseren Fehlern lernen und gestärkt ins nächste Spiel gehen“, sagte der SVU-Coach abschließend.

An 500 Zuschauer könnten sich beide Trainer gut gewöhnen. Das ist für Rheinlandliga-Verhältnisse keineswegs Normalität, und auch manch Oberligist wäre damit mehr als zufrieden. Bjarnason: „Da macht das Handballspielen richtig Spaß.“

Robert Eifler

Mülheim: Inzenhofer, Pieper, Bous (1), Lohner, Kulaszewicz (1), Räder (3), Hommen (6), Mohrs (5), Bjarkason (3/1), Langen (5), Keip (1), Brandscheidt (5), Israel (4/1), Nauroth.

Urmitz: Klapthor, Syré, Begen (6/2), Offermann (3/1), Hoffend, Majewski (1), E. Höfer (2), Wolf, M. Höfer, Etchemendy (2), Gauß, Kuhn (4), Skurdauskas (1), Perne, Schäfer, Sauer (2).

Spielfilm: 1:0 (1.), 3:2 (8.), 4:6 (17.), 12:7 (24.), 14:12 (30.), 18:13 (37.), 22:16 (42.), 29:19 (52.), 34:21 (60.).

Vorbei am Mülheimer Christoph Räder (rechts) ist hier der Urmitzer Daniel Etchemendy (am Ball), meistens sahen die 500 Zuschauer jedoch den TV 05 im Vorwärtsgang. M Foto: Wolfgang Heil

RZ Koblenz und Region vom Montag, 20. September 2010