SVU-Torwart Perne hält das Remis fest

Rheinlandliga Primus Mülheim lässt in Urmitz seinen ersten Punkt der Saison liegen – 20:20

Urmitz. Es war ein typisches Derby mit Kampf, Härte, Spannung. Ein Derby in der Handball-Rheinlandliga zwischen den Traditionsvereinen SV Urmitz und TV Mülheim. Und unter dem Strich auch mit einem derbytypischen Ergebnis: 20:20 (9:9) trennten sich die beiden ewigen Rivalen in der Sporthalle Urmitz. Ein Ergebnis, das für den Spitzenreiter aus Mülheim den ersten Punktverlust in dieser Saison bedeutet, die Gastgeber vor den entscheidenden Spielen um den Klassenverbleib durchatmen lässt.

Und das Spiel hatte vor 400 Zuschauern, mehr als die Hälfte outeten sich als Mülheimer Fans, auch seine Helden, und dieses Heldentum fokussierte sich auf die „Nachspielzeit“. Denn in der regulären Spielzeit sah der TV Mülheim nach 57 Minuten bei einer 19:16-Führung wie der sichere Sieger aus, geriet dann jedoch zwei Minuten vor dem Ende der Partie nach einem dummen Foul von David Mohrs in Unterzahl und kassierte 15 Sekunden vor der Schlusssirene den Ausgleich. Im Gegenzug handelte sich dann der Urmitzer Markus Kuhn die Rote Karte ein, als er kurz vor der eigenen Torlinie den Ausgleich verhinderte. Siebenmeter – Sirene – Nachspielzeit: Und hier zeigte Mülheims Christian Kulaszewicz Nerven und SV-Torwart Thorsten Perne Drahtseile. Er parierte und war dann nicht mehr zu sehen. Während sich seine Kameraden auf ihren Helden stürzten, suchte Kulaszewicz vergeblich Mauseloch, irrte dann mit dem gleichen ratlosen Blick wie seine Mannschaftskameraden durch die Halle und suchte Trost bei den Fans.

Und von denen wurden beide Mannschaften dann gleichermaßen gefeiert. Die hatten sich zwar nicht gerade auf gutklassigem Niveau bewegt, dennoch aber mehr als eine Stunde Unterhaltung der besten Sorte geliefert.

Das sah auch ein natürlich bestens gelaunter SVU-Trainer Oliver Lepiors so, der vor der Begegnung von einem „eigentlich leichten Spiel“ gegen den hohen Favoriten gesprochen hatte. „Das war schon prima. Meine Mannschaft hat hervorragend gekämpft und ist kurz vor Schluss – stark angeschlagen – noch einmal in die Partie zurückgekommen. Klar, wir haben hart gespielt, die Grenzen des Erlaubten genutzt und damit der jungen Mülheimer Mannschaft etwas den Schneid abgekauft. Damit haben wir den TV-Rückraum auf Pröstur Bjarkason eingeengt. Und das, sowie die tolle Leistung von Perne im Tor, war letztlich ausschlaggebend für den Punktgewinn“, sagte Lepiors. Mit den Schiedsrichten haderte derweil Mülheims Trainer Hilmar Bjarnason – er fand aber die eigentliche Ursache für den Punktverlust bei seiner Mannschaft: „Wir sind selber schuld, denn wer so leichtfertig beste Chancen vergibt, der muss sich nicht wundern, wenn es letztlich nicht zum Sieg reicht. Das rüttelt in keiner Weise an der Leistung von SV-Torwart Perne. Der hat ein Riesenspiel gemacht. Aber wir sind mehr als 15 Mal frei vor ihm aufgetaucht und haben nichts daraus gemacht. Wenn wir die Hälfte davon reinmachen, dann läuft das Spiel ganz anders.“

Urmitz: Klapthor, Perne, Kuhn (1), Hoffend (1), Sauer (3/1), M. Höfer (1), Gauß (3), Offermann (3), Begen (1), Majewski (1), E. Höfer (2), Etchemendy, Skurdauskas (4).

Mülheim: Inzenhofer, Pieper – Nauroth (1), Bous, Lohner, Räder (5), Mohrs, Bjarkason (5), Kulaszewicz (3/2), Langen (1), Keip, Brand-scheidt, Israel (2), Mautsch (3).

RZ Koblenz und Region vom Montag, 31. Januar 2011
Peter Armitter

Hart zugepackt wurde beim Handball-Derby zwischen dem SV Urmitz und dem TV Mülheim – wie der Urmitzer Dominik Gauß (am Ball) in dieser Szene zu spüren bekommt. Die Rheinlandligapartie war bis zur letzten Minute hart umkämpft und endete 20:20-Unentschieden.Foto: Thomas Frey